Tag 4, Mittwoch, 08.03.2000 (Aschermittwoch)

Cirque de Cilaos

25 - 30°C Sonne pur

6:30 Uhr Frühstück (es wurde immer zeitiger). 7:15 Uhr Abfahrt nach Entre-Deux (Richtung Norden Cirque de Cilaos). Sehr viele Kurven tief ins Tal, eng, und wieder bergauf. Canyons. Tunnels. Eine traumhafte Sicht auf die Berge, nur der Chauffeur musste sich sehr auf die Straße konzentrieren, denn am Rand ist ein gemauerter Graben zum Auffangen der sommerlichen Regengüsse, in den kleine Autos sicherlich gern hinein fallen (siehe Vortag). Das Fehlen von Leitplanken ist selbstverständlich. In Frankreich spielt sich immer alles auf eigene Gefahr ab, und besonders auf Réunion gibt dieser kleine Nervenkitzel auf fast allen Straßen den Pfeffer an die Soße.
Über den Berggipfel gefahren, landeten wir im Ort Cilaos 1.200 m (Cirque de Cilaos, abgeleitet vom Madegassischen Tsilaosa »Jemand, den man nicht verlassen kann). Dort im "Supermarkt" eingekauft. Eine herrliche Sicht auf den höchsten Berg (erloschener Vulkan) der Insel Piton des Neiges (3.069 m). Nachdem wir durch eine Baustelle in Cilaos zu 3 Stadtrundfahrten ‚gezwungen‘ wurden, haben wir dann tief im Tal (wieder viele Kurven) die Thermalquellenanlage gefunden und ein wenig im Wasser geplätschert zum Abkühlen.
Weiter aufwärts in Richtung Ilet á Cordes. 10 Minuten Pause. Danach am Fuße des Col de Taibit geparkt und gerüstet zum Aufstieg (12:00 Uhr), welcher an einer Holztreppe begann und dann serpentinenmäßig in Stein- und Schotterstufen nach oben führte. Vor lauter Hitze sind Birgit und Knut nur bis zur Hälfte und nach 2 Stunden bergauf wieder zurück gegangen.
Die anderen haben es geschafft und waren oben bei nur noch 16°C (das waren allerhand Völkerschlachtdenkmale [91m] übereinander), um in den Cirque de Mafate zu schauen (Cirque = Talkessel; entstanden vielleicht durch Wassererosion, wahrscheinlich aber eher durch eingestürzte ehemalige Vulkanschlote [Caldera]. Die drei réunionaisischen Talkessel sind 12,5 km lang und 9 km breit: Cirque de Salazie 110 km², Cirque de Cilaos 100 km², Cirque de Mafate 72 km² wurde noch nicht ans Straßennetz angebunden, daher haben einige der ca. 600 Einwohner noch nie das Meer gesehen), wenn die Wolken nicht gewesen wären... Denn eine Faustregel gibt es: Alle Gipfel müssen gegen 10:00 Uhr erreicht sein, sonst verdecken Wolken jegliche Aussicht. Schade, denn die Sicht hätte bis St-Pierre gereicht. Birgit und Knut haben es sich derzeit unten bei einem Picknick gemütlich gemacht, Memoiren geschrieben und die Gegend genossen. 17:30 Uhr alle wieder beisammen. Nach kurzer Rast (alle ziemlich erschöpft) fuhren wir wieder Richtung Le Tampon. In St-Pierre (1736 gegründet) beim Italiener .......... haben wir dann noch ordentlich gegessen. Gute Nacht 21:30 Uhr.




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