25 - 30°C Sonne pur, aber nur so lange, bis es über die Berge nach Osten ging
7:30 Uhr Frühstück. 8:40 Uhr Abfahrt mit unseren zwei Peugeots in Richtung Nord-Ost nach St-Benoit. Nach dem Losfahren Richtung Berg Col de Bellevue (Aussichtspunkt)
wurde die Strecke sehr kurvenreich (Serpentinen) und echt kalt. Unterwegs zum Kratersee Grand Étang gewandert.
Tropischer Regenwald. Eigentlich wollten wir uns dort die ersten Wasserfälle ansehen, doch hatte es die letzte Zeit so viel geregnet, dass der Weg dahin überschwemmt war. Dafür bekamen wir auf dem Rückweg unser Wasser von oben (Regenguss). Wieder im Auto vorbei an einem wunderschönen bayrischen Haus in La Plaine de Palmiste haben wir dann in Chemin de Ceinture am gelben Schirm (kurz vor La Confiance) zu einem kleinen Imbiss angehalten.
Nach der Sonne kam wieder ein Regenguss. Nun zur Vanille-Bourbon in Bras-Panon – war gerade Mittagspause! Somit fuhren wir weiter über den Rivière des Roches, durch reife Zuckerrohrplantagen zum rauschenden Bach und den Wasserfällen Bassin la Paix.
Wieder zurück durch den Dschungel auf der Hauptstraße (N2) sind wir zur Vanille. Die Führungen waren jedoch nur auf französisch. Deswegen sei an dieser Stelle ein wenig aus dem Reiseführer notiert: Vanille ist eine Orchidee, die einzige von 20.000 Arten, welche als Gewürz genutzt wird. Bestäubt wird mit der Hand oder mittels einer schmalen Bambusspitze. In der Blütezeit werden täglich ca. 1.500-2.500 Blüten durch die ‚Pollinisations-Frauen‘ bestäubt. Ernte 8 Monate später. Dann baden, schwitzen [hierbei werden sie dunkelbraun], trocknen, kosten, wiegen, bündeln, verkaufen.). So schnubberten wir nur eine kräftige Prise Vanille-Luft und fuhren weiter Richtung Ste-Rose. In Takamaka (522m) zum Wasserkraftwerk (wird seit 1968 von der französischen Elektrizitätsgesellschaft EDF betrieben) oben auf dem Berg mit vielen, vielen Wasserfällen.
Leider total neblig, nass von allen Seiten und kalt.
Weiter N2. Kurz an der barock wirkenden Kirche in Ste-Anne gehalten (bunt und unterschiedlich von innen - Der Elsässer Priester Daubenberger hat von 1922-40 sein ganz persönliches Stilempfinden in mühevoller Kleinarbeit ausgedrückt).
Etwas verhungert suchten wir den Snack-Wagen davor auf - doch ziemlich unappetitlich.
Also tapfer weiter zur alten Hängebrücke ‚Pont suspendu‘ über den Rivière de l’Est (1894 fertig durch das Architekturbüro Eiffel, durfte sie sich stolz als eine der längsten Hängebrücken der Welt [110 m] bezeichnen! seit 1979 ausgediehnt). Ein Regenguss bestimmte immer wieder unseren Außenaufenthalt...
Nächster Halt: Vulkankirche ‚Notre Dame des Laves‘ am Piton Ste-Rose, welche ziemlich ungepflegt aussah (immer noch kein Essen, nur ein schwarzer Zigarettenbettler). Dort noch weiter Richtung Ozean, um uns die Vulkangesteinlandschaft anzusehen.
Die dortige freundliche Jugend zeigte uns dabei den Weg - in eine Sackgasse (dort war Kinderfasching). Da wir immer noch hungrig waren, dachten wir in dem größeren Ort Ste-Rose etwas zu finden - doch alles zu! Blieb uns nur noch eine Tankstelle, bei der es jamm jamm Kekse gab. Frisch gestärkt weiter auf der N2 zu den Wasserfällen direkt am Indischen Ozean Anse des Cascades (hier leider auch nur ein geschlossenes Restaurant - mittlerweile schon 17:00 Uhr).
Hier hatten wir die Gelegenheit, das Verkehrsschild ‚SAUF BUS‘ zu fotografieren, welches ja auch an unserem Hotel vor der Tür stand und heisst: ‚Außer Bus‘.
Weiter auf der N2 entlang der Ostküste am Vulkan (rechts) und dem satten Grün der Forêt Domaniale du Grand Brûlé sowie den Schaumkronen des Indischen Ozeans (links) vorbei zum Pointe de la Table (steiler Vulkanfelsen an der Ozeanküste - Brandung).
1967, 1977 und 1986 formten größere Lavaausflüsse die Küste (1986 um 25 ha vergrößert!). Die Angst der Bevölkerung vor dem Vulkan herrscht noch immer vor, deswegen wurden an vielen Straßen kleine Gebetshäuschen aufgestellt, in welchen täglich Kerzen angezündet werden.
19:00 Uhr. Mittlerweile ist es draußen dunkel. Weiter über St-Philippe (Gewürz- & Parfümgarten ‚Jardin des Parfums et des Épices‘ mit einer Fläche von 3 ha) nach St-Joseph (ca. 23.000 Einwohner, benannt nach dem Gouverneur Joseph de Souville [1785]). Glück gehabt: Zwischendurch in Vincendo bei Shell als letzter vorm Feierabend noch schnell getankt incl. 1 Ü-Ei für Birgit. Endlich Essen beim Elsässer "La Case" in St-Joseph, Rue Raphael Babet – N2 (20:00 Uhr). Nun aber schnell nach Hause. Unterwegs war ein Auto zu nah am Berg gefahren und in den tiefen Straßengraben gerutscht, etwas Stau. 21:30 Uhr Hotel. Gute Nacht 22:30 Uhr.